TITELTHEMA
Gebäudeenergiegesetz (GEG) – GEG – Die wichtigsten Neuerungen für die Energieberatung
Rund vier Jahre lang wurde über eine Neuregelung des Energieeinsparrechts für Gebäude diskutiert – am 1. November ist nun das „Gebäudeenergiegesetz“ in Kraft getreten und hat das Energieeinspargesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) abgelöst. Die wichtigsten Neuerungen des GEG gegenüber dem bisherigen Energieeinsparrecht sind nachfolgend zusammengefasst. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Änderungen, die für die Energieberatung besonders relevant sind. Das sind insbesondere die Regelungen zu Energieausweisen und zur „obligatorischen Energieberatung“, Neuerungen bei den Bewertungsverfahren, aber auch das Verbot von Öl- und Kohlekesseln ab 2026.

REALISIERTE OBJEKTE
Ressourcenschonendes Bauen – Der „Auf- und Ab“-Bau
Das vollständig zerlegbare „Building D(emountable)“ im Zentrum der niederländischen Stadt Delft stammt aus der Feder von cepezed, die unter ihrem Dach Projektentwickler, Architekten, Innenarchitekten und Projektleiter vereinen. Neben dem Delfter Projekt hat das Büro schon einige andere Bauten umgesetzt, die auf modulares Bauen und zirkuläre Kreislaufwirtschaft ausgelegt sind.

Centro Tesoro und Hatrium – Grüne Revitalisierungen
Trotz gestiegenem Bewusstsein für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit setzen Investoren bei ihren Objekten meist noch auf Abriss und Neubau. Doch der Gebäudebestand birgt viel Potenzial und bei sorgsamem Umgang mit grauer Energie lässt sich mit nachhaltiger Revitalisierung durchaus Rendite erzielen. Das zeigen die Projekte Centro Tesoro und Hatrium der Münchener Schwaiger Group.

ENERGIEBERATUNG
Contracting – Erfolgsfaktor der Energiewende im Gebäudesektor
Die Umsetzung strategischer, wirtschaftlicher und ökologischer Ziele im Rahmen der Energiewende im Gebäudesektor ist eine große, aber auch spannende Herausforderung der nahen Zukunft. Contracting bzw. Energiedienstleistungen können in diesem Spannungsfeld als Erfolgsfaktor beitragen.

IM GESPRÄCH
mit Ove Mørck – Kostengünstige Nahezu-Null-Energie-Gebäude
Schon in den 90er-Jahren hat sich Dänemark als Vorreiter zu energiesparrechtlichen Vorschriften für Gebäude erwiesen. Das zeigte der Vergleich mit Deutschland und Frankreich, den Melita Tuschinski im Rahmen des Projekts RENARCH Renewable Energy in Architecture Mitte der 90er-Jahre führte. Hierzulande galt noch die Wärmeschutzverordnung (WSchVO 1995). Die erste EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie war noch nicht in Sicht. Der dänische Energieexperte Ove Mørck, Projektleiter von RENARCH I und II, führte seither weitere EU-geförderte Kooperationen durch. Anhand des Projekts CoNZEBs „Cost reduction of new Nearly-Zero-Energy-Buildings” erläutert er im Gespräch ihre Ziele, Methoden, Ergebnisse und Erfahrungen.

GEBÄUDEHÜLLE
Dachmodernisierung – In drei Schritten wieder fit
Bei der Dachsanierung eines Wohnhauses aus den 40er-Jahren in Albstadt setzte die Zimmerei Schlegel ein komplettes Dachsystem ein. So wurde aus einer Sanierung eine umfassende Dachmodernisierung – und die erfolgte in drei Grundschritten.

ANLAGENTECHNIK
Gebäudeintegrierte Photovoltaik – PV-Module als Bauelemente der Fassade
Gebäudeintegrierte Photovoltaikmodule können – außer Strom gewinnen – Funktionen der Fassade übernehmen. Sind die PV-Module in die Gebäudehülle als deren Bestandteil integriert, werden sie in bewusster gestalterischer Absicht in die Konzeption der Fassade und des Baukörpers einbezogen und korrespondieren mit Proportionen, Fugenbildern und Flächen. Sie werden dementsprechend an die Gebäudekubatur angepasst. Neben der Einbau-Situation bestimmen auch Verschattung durch Gebäudeteile und Umgebung sowie das Umgebungsklima die energetischen Erträge einer PV-Fassade. Diese baulichen Randbedingungen, die nicht den Standard-Test-Bedingungen (STC), unter denen die PV-Module zertifiziert wurden, entsprechen, führen im Regelfall zu einer Verringerung der solaren Ausbeute. Gerechtfertigt ist das jedoch durch mögliche Zusatzfunktionen sowie durch eine hohe optische Prägnanz.

Ladestationen für E-Autos – Technische Konzepte und Anforderungen
Elektromobilität mit eigenem Solarstrom wird für Gewerbebetriebe immer attraktiver. Die gesunkenen Kosten für Photovoltaik-Systeme versprechen eine rentable Investition. Bei der Umstellung auf einen Photovoltaik-betriebenen Fuhrpark gibt es allerdings technische und rechtliche Herausforderungen, die für eine erfolgreiche Umsetzung beachtet werden müssen.

RECHTLICHES
Urteil des Bundesgerichtshofs vom 18.12.2019 – Az.: VIII ZR 332/18 – Anforderungen an Modernisierungsankündigung des Vermieters
Wann müssen Mieter der Durchführung von Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen zustimmen? Viele Vermieter wollen ihre Objekte instandhalten oder modernisieren und sind darauf angewiesen, dass die Mieter „mitspielen“. Dieser Artikel erläutert daher die Anforderungen an eine Modernisierungsankündigung des Vermieters nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 18.12.2019 – Az.: VIII ZR 332/18.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der November hat für die Baubranche und für uns ein neues Kapitel aufgeschlagen. Mit Inkrafttreten des „GEG“ hat sich die „EnEV“ aus der Welt des Bauens verabschiedet und so begrüßen wir Sie – Sie haben es sicher längst bemerkt – mit einem neuen Magazintitel: „GEG Baupraxis“. Am Inhalt hat sich trotz des neuen Titels nichts grundsätzlich verändert. Wir halten Sie weiterhin über entsprechende Entwicklungen und Trends in der Branche auf dem Laufenden, versorgen Sie mit fundierten Praxistipps und Erfahrungen und vertiefen auch die nicht wenigen Änderungen, die das Gebäudeenergiegesetz – die neue, in den letzten Jahren heiß diskutierte „Bibel“ des energieeffizienten Bauens – mit sich gebracht hat. Schließlich geht es nun darum, die neuen Vorgaben möglichst schnell, sicher und stressfrei in den Planer- und Baualltag einzubinden.

Wer, als er unser Heft zur Hand nahm, genau hingesehen hat, hat neben dem neuen Schriftzug „GEG Baupraxis“ auf dem Heftcover noch etwas anderes entdeckt: den nun längeren, weil ebenfalls veränderten Untertitel. Da sich zukunftsfähiges Bauen nicht nur über das große Themengebiet „Energieeffizienz“ erstreckt, sondern auch über den nicht minder umfassenden Bereich der „Ressourcen“ – seien es Baustoffe, Energieträger oder Fläche –, haben wir die Titeländerung zum Anlass genommen, die Bedeutung dieses Aspekts für unser Magazin nun auch in unserem Logo zu unterstreichen. Als „Fachmagazin für energieeffiziente und ressourcenschonende Neu- und Bestandsbauten“ werden wir u. a. künftig also auch detailliert darüber berichten, wie sich Ressourcen schonen lassen, indem man sie im Bauprozess intelligent einsetzt, indem man neue Rezepturen, Verfahren und Konstruktionsweisen entwickelt (oder altbewährte wiederentdeckt bzw. adaptiert) und indem man sie optimiert wiederverwendet oder wiederverwertet, ohne dabei in der Downcycling-Falle zu landen.

Nun wünschen wir Ihnen aber erst einmal viel Erfolg mit den ersten nach GEG geplanten und umgesetzten Projekten – und natürlich viel Spaß mit unserer ersten „GEG Baupraxis“.

Sandra Hoffmann
Redaktion GEG Baupraxis
Dipl.-Ing. (FH) Architektur

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