
IM BLICKPUNKT
Klimaschutz und Klimaanpassung: GModG und EEG 2026: Folgen für die Praxis
3 Fragen an Prof. Dr. Werner Friedl: Das GModG in Kürze
BEST PRACTICE
Modernes Dämmkonzept für alte Villa: Erhalt durch Wandel
ENERGIEBERATUNG
Kommunale Wärmeplanung, Teil 2: Technologie als Erfolgsfaktor
GEBÄUDEHÜLLE
Abdichtung von erdberührten Bauteilen: Änderungen in der Praxis
Neue Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7:2026:04: Alles beim Alten?
GEBÄUDETECHNIK
Leckagen an Rotationswärmetauschern (RWT): Energetisch vorteilhaft
RECHT & FÖRDERUNG
Energetische Sanierung von Mietobjekten: Energieverbrauch runter, Miete rauf?
ZUKUNFT & INNOVATION
KI in der Energieberatung, Teil 7: Härtetest am neuen GModG
Am Ende ein Wandel?
Wann ist etwas zu Ende? Eine scheinbar simple Frage, nicht wahr? Ein Buch ist zu Ende, wenn die letzte Seite gelesen ist. Ein Projekt endet, wenn es abgeschlossen ist. Ein Gebäude ist fertig, wenn die Bauarbeiten beendet sind. Oder?
Aristoteles verwendet für das Ziel oder die Bestimmung einer Sache den Begriff telos. Damit bezeichnet er nicht einfach den Endpunkt, sondern das, worauf etwas ausgerichtet ist. Damit gewinnt auch die Eingangsfrage an Komplexität: Endet ein Gebäude tatsächlich mit seiner Fertigstellung? Oder beginnt seine eigentliche Bestimmung erst mit der Nutzung? Und endet es mit dem Rückbau oder lebt es in seinen Materialien und Bauteilen weiter? Vielleicht ist das Entscheidende aber gar nicht die Frage, wann etwas endet, sondern wann eine Gewissheit darüber endet, wie etwas zu sein hat. In der Baubranche gibt es einige Gewissheiten, die über Jahrzehnte funktioniert haben und heute zunehmend ins Wanken geraten.
Energie galt lange als verfügbar und bezahlbar. Energieeffizienz, Erzeugung, Speicherung und Lastmanagement spielten kaum eine Rolle. Heute sind sie zentrale Themen – nicht nur für Eigentümer und Nutzer, sondern auch für Planung, Bau und Betrieb. Auch die Vorstellung, ein Gebäude sei mit seiner Fertigstellung abgeschlossen, verändert sich. Zunehmend rückt der gesamte Lebenszyklus in den Blick. Bestand, Sanierung, Umnutzung und Weiterbauen gewinnen an Bedeutung. Architektur und Technik lassen sich dabei immer weniger getrennt betrachten. Gebäude werden vernetzter, Systemdenken wichtiger. Und auch die Planung verändert sich: BIM, digitale Zwillinge, Automatisierung und KI verändern Prozesse und Werkzeuge. Keiner dieser Gedanken ist revolutionär. Aber sie schärfen den Blick für etwas Wesentliches: Die Grundsätze, nach denen wir planen, gestalten und bauen, verändern sich. Alte Gewissheiten enden.
Auch für mich steht ein Ende an: Dies ist mein letztes Heft als Teil der Redaktion. Ich bedanke mich herzlich für Ihre Aufmerksamkeit, Ihr Interesse und für die Zeit, die Sie unserem Heft geschenkt haben.
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre
Pia Maier, Redaktion der EffizienzBauPraxis
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